Notunterkünfte in Lebensräume verwandeln

REFUGEE
OPEN CITIES

DIE AUFGABE

Die Grenzen sind geschlossen, Flüchtlingsheime werden in Brand gesetzt und rechte Parteien haben Oberwasser. Europa kommt mit der gegenwärtigen Zuwanderung nicht klar und die einzelnen Länder ziehen sich in ihre nationalen Schneckenhäuser zurück.

Deutschland hat bereits eine knappe Million Heimatvertriebene aufgenommen und bis 2020 werden noch weitere 3,6 Millionen zu uns kommen. Diese Migrationsbewegungen werden alsbald nicht aufhören. Hierfür müssen Lösungen gefunden werden.

Die Zeit ist reif um die kritischen Zustände in Notunterkünften, nationalistische Rhetorik und ineffiziente Bürokratie zu überwinden

UNSER LÖSUNGSANSATZ

Refugee Open Cities verwandelt Notunterkünfte in Lebensräume und initiiert gemeinschaftliche Lösungsansätze. Unser Ziel ist es die Neuankömmlinge willkommen zu heißen und ihre Potenziale zu fördern. Wir verfolgen einen ganzheitlichen und zugleich gemeinschaftlichen Ansatz im Umgang mit Migranten, der bislang noch nicht gedacht und gelebt wird. ROC setzt einen offenen Innovationsprozess in Gang,

um die Lebensumstände zu verbessern, ein gemeinschaftliches Verantwortungsbewusstsein zu schaffen und Brücken für eine gesellschaftliche Teilhabe zu bauen. Veränderung beginnt im Denken. Sie verwirklicht sich wenn wir Veränderung zulassen und unser Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Deshalb machen wir die Bewohner zu Akteuren in dem gesamten Prozess.

ES BEGINNT IN BERLIN

Mitten in Neukölln befindet sich eine Notunterkunft, in der 600 Heimatvertriebene - ein Viertel davon Kinder - auf vier Stockwerken in einem ehemaligen Warenhaus leben. In dieser Notunterkunft teilen sich acht Menschen ein Schlafraum.

Sie sind streng nach Sprache oder Religionszugehörigkeit getrennt. Viele warten mehrere Monate auf ihre Bescheide, in der Hoffnung irgendwann eigenen Wohnraum zu finden, ihre Familie nachzuholen und eine Arbeit zu finden.

MEILENSTEINE

Stand: August 2016

Phase 1

JULI–SEPTEMBER 2016

Interviews mit den Bewohnern über ihre Bedürfnisse, Fähigkeiten und Hoffnungen und dem dem Malteser Hilfsdienst e.V.

Entwicklung einer gemeinsamen Vision

Gestaltung von Projekten durch die Bewohner und Aufbau eines interdisziplinären Teams

OKTOBER–DEZEMBER 2016

Umsetzung offener Gemeinschaftsprojekte mit kreativen Umsetzungen und Lösungen

Besuch innovativer Partner und Projekte in Deutschland und Europa

Zwischenevaluation mit allen Beteiligten

DEZEMBER 2016–MÄRZ 2017

Integration neuer Erkenntnisse und Anpassung der Prozesse und Methoden

Installation neuer, tragfähiger Strukturen in der Notunterkunft

Evaluation & webbasierte Dokumentation über den gemeinsamen Prozess für andere Organisationen

Phase 2

APRIL–MAI 2017

Beratungen, Schulungen und Workshops über unsere Methodik und unsere Erfahrungen für andere Organisationen und Träger in Deutschland und Europa

Vorbereitung und Initiierung einer europaweiten Skalierung des Projektes

Phase 3

JUNI–DEZEMBER 2017

Umgestaltung von zwei weiteren Notunterkünften in Deutschland und Europa

Lotsen- und Brückenfunktion für andere Organisationen und Krisencamps

Aufbereitung unserer Expertise in einem Online-TOOLKIT

UNSERE VISION

für 2017

Nächstes Jahr werden wir unsere Erfahrungen, Methoden und Lösungen unter anderen Voraussetzungen und an neuen Orten überprüfen. Voraussetzung ist, dass sich unser Vorgehen und unser Lösungsansatz auf andere Projekte und Krisensituationen übertragen lassen, um eine europaweite Bewegung und Skalierung zu forcieren. Wir werden unsere Best Practices in weiteren Notunterkünften implementieren und weiterhin

mit unseren Partnern, der lokalen Nachbarschaft und den Geflüchteten zusammenarbeiten und voneinander lernen. Im Rahmen von Schulungen, Workshops und Veranstaltungen wollen wir offen über unsere Erfahrungen berichten. Alle Ergebnisse dokumentieren und bewerten wir in einem Online-Toolkit, das wir anderen Organisationen und der öffentlichen Gemeinschaft frei zugänglich machen.

Vernetzung von Neuankömmlingen und der Nachbarschaft
Reaktivierung der Fähigkeiten der Neuankömmlinge zur Vermittlung auf dem lokalen Arbeitsmarkt (wir haben z.B. bereits Architekten, Tischler, Elektriker und andere Facharbeiter kennen gelernt)
Neuankömmlinge mit der lokalen Makerszene in Verbindung bringen um nachhaltige Open Source Produkte zu entwickeln und zu produzieren
Weiterbildung in akademischen, handwerklichen und sozialen Berufen um im Heimatland beim Wiederaufbau zu helfen

UNSERE PARTNER

Quartiersmanagement Ganghoferstraße Deutschland
Stadtentwicklung und Verbesserung der Lebensverhältnisse im Kiez

Advocate Europe Deutschland
Ideenwettbewerb implementiert von MitOst, in Kooperation mit Liquid Democracy, und gefördert von der Stiftung Mercator.

Malteser Hilfsdienst e.V. Deutschland
Betreiber unserer "Prototyp"-Notunterkunft in Berlin, ggf. nationaler Partner

Refugee Open Ware Türkei
ROC wird ein neuer Knotenpunkt der NGO für humanitäre Innovation

Ashoka Innovationsfonds Integration Deutschland
Finanzierung von langfristigen Lösungen mit Wirkung

BMW Stiftung Herbert Quandt Deutschland
Unternehmensstiftung mit dem Ziel, gesellschaftliche Innovationen voranzutreiben

RISE: Refugees' Ideas and Solutions for Europe Griechenland
Unterstützung und politischer Einfluss für Migrantenorganisationen

Earthship Biotecture weltweit
Das "radikal nachhaltiges Bauen" Netzwerk unterstützt uns bei allen Bauvorhaben

Quatorze Frankreich
Das Architekturkollektiv stellt Infrastruktur und bietet Weiterbildungen für Heimatvertriebene an

Universität der Künste Deutschland
Wir kooperieren mit Studenten um Alltagshacks und Design Thinking Sessions umzusetzen

morethanshelters Deutschland
Experten für alternative Architektur und nachhaltige Materialien für Notunterkünfte

Freifunk Deutschland
nicht-kommerzielle Initiative für freie Funknetzwerke

Tiny House University Deutschland
eine Welt in der Wohnen ein Menschenrecht ist. Überall. Für jeden.

Lebenskleidung Germany
Marktplatz für Bio-Textilien

Bildungswerk in Kreuzberg Germany
Local Initiative to make edication more accessible

Infocompass Germany
Informationsplattform für Geflüchtete und ihre Unterstützer

UNSER TEAM

Open State ist Initiator und Träger des Projektes Refugee Open Cities. Wir entwerfen Reallabore in denen ökonomische, soziale und ökologische Alternativen getestet und neue Kulturmuster entwickelt werden. Dies erfolgt aus der Überzeugung, dass die komplexen Probleme unserer Zeit ein radikales Umdenken und eine Transformation überholter Systeme verlangen.

Open State wurde im Jahr 2012 als gemeinnützige Unternehmensgesellschaft gegründet und kooperiert mit internationalen Partnern und Communities. Unser Team besteht aus Makern, Designern, Campaignern und Organisationsentwicklern.